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	<description>Erlebnisse und Erfahrungen von John und Manuel</description>
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		<title>Ein Jahr in Zahlen</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 13:43:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>manuel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unser Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute mal etwas fuer Statistiker und Zahlenverrueckte. Die Stichpunkte sind ohne Ordnung und ohne jeglichen Sinn zusammengestellt. Nach Durchwelzen des Tagebuchs und fleissigem Kalkulieren ist das dabei rausgekommen:
In den letzten 12 Monaten in Nepal habe ich&#8230;.

50 kg Reis und nur 0,2 kg Fleisch gegessen.
2600 km mit dem Fahrrad in Kathmandu zurueckgelegt.
Gefuehlte 2 kg Feinstaub inhaliert.
Einmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute mal etwas fuer Statistiker und Zahlenverrueckte. Die Stichpunkte sind ohne Ordnung und ohne jeglichen Sinn zusammengestellt. Nach Durchwelzen des Tagebuchs und fleissigem Kalkulieren ist das dabei rausgekommen:</p>
<p>In den letzten 12 Monaten in Nepal habe ich&#8230;.</p>
<ul>
<li>50 kg Reis und nur 0,2 kg Fleisch gegessen.</li>
<li>2600 km mit dem Fahrrad in Kathmandu zurueckgelegt.</li>
<li>Gefuehlte 2 kg Feinstaub inhaliert.</li>
<li>Einmal aufgrund von auf Elefanten reitenden Transen im Stau gestanden.</li>
<li>Im Dezember eine Durchschnittstemperatur von 12 Grad Celsius und im Mai durchschnittlich 28 Grad Celsius IN DER WOHNUNG gehabt.</li>
<li>Auf 4150 Meter Hoehe (Annapurna Base Camp) und auf 67 Meter Hoehe (Birganj) gestanden.</li>
<li>9 Mal Durchfall und 2 Mal Wuermer gehabt.</li>
<li>1026 nepalesische Vokabeln gelernt.</li>
<li>14 Mal die grosse Stupa von Bouddha besucht.</li>
<li>11 Buecher gelesen.</li>
<li>540 Mal Stromausfall (ca. 2000 Stunden) mit 17 Stunden pro Tag im Dezember gehabt.</li>
<li>5238 Bilder geschossen.</li>
<li>17 Tage Bandha (Streik), davon einmal 7 Tage am Stueck, miterlebt.</li>
<li>32 Blog-Artikel geschrieben.</li>
</ul>
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		<title>Warum Nepalesen Hakenkreuz-Shirts tragen</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 06:42:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>manuel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ländervergleich]]></category>

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		<description><![CDATA[Die T-Shirt-Variation in Kathmandu ist immens und ohne Achtung vor politischer Korrektheit ist auch alles erlaubt.
Dass Che Guevara und Hitler grundverschieden sind, wissen die Wenigstens und so werden politische Systeme und Figuren auf der Brust zur Schau getragen. Es gibt sogar ein T-Shirt auf dem all die Flaggen der brutalsten Regime, die die Welt bislang [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die T-Shirt-Variation in Kathmandu ist immens und ohne Achtung vor politischer Korrektheit ist auch alles erlaubt.</p>
<p>Dass Che Guevara und Hitler grundverschieden sind, wissen die Wenigstens und so werden politische Systeme und Figuren auf der Brust zur Schau getragen. Es gibt sogar ein T-Shirt auf dem all die Flaggen der brutalsten Regime, die die Welt bislang gesehen hat, versammelt sind: Sowjetunion, Hitler-Deutschland, die DDR, die Volksrepublik China, Nordkorea, usw. Als waeren es Blumen oder Karomuster.</p>
<p>Der absolute Renner ist jedoch das Hakenkreuz-Shirt. Ja, ja! Werden jetzt Einige sagen. Das Svastika ist sowohl ein hinduistisches sowie buddhistisches Glueckssymbol. Und in Nepal bekennen sich mehr als 90% der Bevoelkerung zu den beiden Religionsgruppen. Doch wenn das schwarze Hakenkreuz auf weissem Grund mit roter Umrandung und braunem Hintergrund manchmal sogar mit einem breitfluegligen Adler gekroent ist, interpretiere ich das nicht als Ausdruck religioeser Ausuebung.</p>
<p>Trotz dieser Auswuechse gibt es natuerlich auch das „andere Hakenkreuz“, welches man ueberall, aber auch wirklich ueberall findet: Auf der Haustuere und an offiziellen Gebaeuden, auf Reissaecken und Erdnusspackungen, an Tempeln und Schreinen, auf Quittungen und Buechern, sie prangern gross auf Tanklastern und Trucks, ja sogar auf Muelleimern. Unvertraut ist das Symbol also nicht und vielleicht macht gerade die Mischung aus Vertrautheit und Halbwissen aus BBC-Dokus (zudem noch auf Englisch)  ueber den zweiten Weltkrieg den Charme eines Nazi-Shirts aus. Europaeische Geschichte wird in den Schulen Nepals kaum gelehrt.</p>
<p>Es kommt nicht gerade selten vor, dass man gefragt wird: „Oh, sie kommen aus Deutschland. Sie sind bestimmt sehr stolz auf Hitler, oder?“ „Nein, bin ich nicht.“ Gebe ich platt zur Antwort. „Waeren Sie auf jemanden stolz, der Verantwortung am Tod von mehr Menschen traegt, als in gesamt Nepal leben?“ „Mhmm, in BBC haben sie das glaub&#8217; ich nicht erwaehnt&#8230;“</p>
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		<title>Wie man merkt, dass&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Aug 2010 05:04:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>manuel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unser Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie man merkt, dass man zu lange im Ausland war…

wenn Europaeer auf einmal exotisch und fremd wirken.
wenn man kaum noch Deutsch hoert, spricht, liest und denkt.
wenn man Hupen nur noch als permanentes Nebengeraeusch wahrnimmt.
wenn saemtliche Verkehrsregeln nur noch irgendwo im Unterbewusstsein existieren.
wenn man mindestens sieben mal pro Woche Reis isst.
wenn man, falls an einem Tag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie man merkt, dass man zu lange im Ausland war…</p>
<ul>
<li>wenn Europaeer auf einmal exotisch und fremd wirken.</li>
<li>wenn man kaum noch Deutsch hoert, spricht, liest und denkt.</li>
<li>wenn man Hupen nur noch als permanentes Nebengeraeusch wahrnimmt.</li>
<li>wenn saemtliche Verkehrsregeln nur noch irgendwo im Unterbewusstsein existieren.</li>
<li>wenn man mindestens sieben mal pro Woche Reis isst.</li>
<li>wenn man, falls an einem Tag kein Reis gekocht wird, denkt: “Ich habe schon lange kein Reis mehr gegessen.” (das klingt bescheuert, ist aber wirklich wahr!)</li>
<li>wenn man im Gebaeude der deutschen Botschaft ueber ordentliche Waende und rechte Winkel zwischen den Waenden begeistert ist.</li>
</ul>
<p>Wie man merkt, dass man wieder zurueck moechte…</p>
<ul>
<li>wenn man fuenf Wochen vor der Abreise schon mal Probe packt.</li>
<li>wenn man sich in der deutschen Baeckerei einen Brezel und einen Krapfen (Kreppel, Berliner, Pfannkuchen oder wie sie sonstwo noch heissen) mit Erdbeermarmelade kauft.</li>
<li>wenn man einmal pro Tag “Fuerstenfeld” (I will wieder ham…) von STS hoert.</li>
<li>wenn man das heutejournal mit Claus Kleber vermisst. (gibts das eigentlich noch???) oder sich bei Stromausfall um zehn Uhr in Nepal denkt: “Jetzt laufen auf Pro7 die Simpsons.”</li>
<li>wenn man sich ausmalt, was man als erstes, zweites und drittes isst, sobald man wieder in Deutschland ist.</li>
<li>wenn man solch einen Artikel in seinen Blog schreibt.</li>
</ul>
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		<title>Sklaverei im 21. Jahrhundert</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 05:34:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>manuel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nepalinfos]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ich die Waesche oben auf der Dachterrasse aufhaenge, laechelt er mir immer nett zu. Aeusserlich ist es ihm kaum anzumerken, doch de facto ist er ein Opfer moderner Sklaverei. Ram ist 15 Jahre alt, bis zur fuenften Klasse ging er in seinem Dorf nordoestlich von Kathmandu zur Schule. Doch Schule, Bildung, Familie und Freunde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich die Waesche oben auf der Dachterrasse aufhaenge, laechelt er mir immer nett zu. Aeusserlich ist es ihm kaum anzumerken, doch de facto ist er ein Opfer moderner Sklaverei. Ram ist 15 Jahre alt, bis zur fuenften Klasse ging er in seinem Dorf nordoestlich von Kathmandu zur Schule. Doch Schule, Bildung, Familie und Freunde gibt es in seinem Leben jetzt nicht mehr. Denn unser Nachbar ist wohlhabend, fuer nepalesische Verhaeltnisse reich. Und reiche Leute in Nepal verrichten keine Hausarbeiten, sie haben Kinder aus armen laendlichen Regionen, die fuer sie die Drecksarbeit machen. Fuer erwachsene Diener mit angemessener Bezahlung sind zu geizig. Kinder sind schwach, schuechtern und leicht zu befehlen, und Geld brauchen sie auch keins. Vielleicht wurden Rams Eltern faelschlich ueberzeugt ihren Sohn nach Kathmandu zu schicken, damit er eine gute Schulbildung bekommt oder es war Geld im Spiel, vielleicht beides. Ram selbst bekommt weder Geld noch Schulbildung. In Nepal ist das Alltag, bei uns heisst so etwas Menschenhandel.</p>
<p>Ram ist kein Einzelfall. Kinder wie ihn gibt es tausende in Kathmandu, obwohl die 1989 unterzeichnete UN-Konvention zu den Rechten von Kindern das scharf verurteilt. Wenn keine Behoerde in Nepal dagegen vorgeht, nutzt Ram die UN-Konvention herzlich wenig. Erst recht nicht, wenn sein “Besitzer” mit dem Bambusstock hinter ihm steht und befiehlt.</p>
<p>Nach vielen Monaten hat Ram zu mir seine Schuechternheit langsam abgelegt. Vertrauen zu anderen aufzubauen, ist fuer ihn sehr schwer. Wenn dann der Nachbar fuer ein paar Stunden weg ist, redet Ram auch ganz ohne Zwang und Angst. “Warum sprichst du eigentlich so ein komisches Nepali?”, fragt er; “Dein Dorf muss sehr weit entfernt sein, oder?” “Ja, das stimmt.” Ich deute mit dem Finger nach Westen, “Mit dem Bus braucht man etwa ein bis zwei Monate!” Er lacht, sagt aber gleich darauf, dass er nun keine Zeit mehr haette zu reden und flitzt los. Unten im Innenhof ist ein Motorrad angekommen.</p>
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		<title>Laendervergleich Nr. 3 &#8211; Einkaufen</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 05:23:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>manuel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ländervergleich]]></category>

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		<description><![CDATA[Kathmandu ist ein einzig grosses Einkaufszentrum. Man fragt sich, wie all die kleinen und grossen Haender und Verkaeufer Gewinn machen oder ueberhaupt die laufenden Kosten decken koennen. Kathmandu quirlt ueber von Geschaeften in allen Groessen und Formen. Vom Strassenverkaeufer, der auf einem Tablett einzelne Zigaretten und Bonbons ausbreitet, die er fuer 1 Cent das Stueck [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kathmandu ist ein einzig grosses Einkaufszentrum. Man fragt sich, wie all die kleinen und grossen Haender und Verkaeufer Gewinn machen oder ueberhaupt die laufenden Kosten decken koennen. Kathmandu quirlt ueber von Geschaeften in allen Groessen und Formen. Vom Strassenverkaeufer, der auf einem Tablett einzelne Zigaretten und Bonbons ausbreitet, die er fuer 1 Cent das Stueck verkauft, bis zum fuenfstoeckigen Warenhaus mit Plasmafernseher fuer 15.000 Euro.</p>
<p>Doch immerhin ist das “Einkaufszentrum Kathmandu” in Abteilungen unterteilt. Wenn ich zum Beispiel von meiner Wohnung aus zur Post laufe, finde ich zuerst einen Tee-Laden nach dem anderen. In der naechsten Strasse kommt Gemuese und danach Fisch und <a title="Fleisch" href="http://www.grill.de/grillgut/fleisch" target="_blank">Fleisch</a>. Das Fleisch wird hier aus offen liegenden Ochsen, Ziegen und Schweinen inmitten von Autoabgasen und Fussgaengergedraenge herausgeschnitten. Wer schon immer einmal Vegetarier werden wollte, dem kann ich einen Rundgang in dieser Strasse nur herzlichst empfehlen. Bei mir hat es zumindest funktioniert.</p>
<p>Der Fleisch- und Fischstrasse schliessen sich Unmengen von Schuh- und Bekleidungslaeden an. Das komisch dabei: Wirklich jeder verkauft die gleiche Ware. Das beste Beispiel ist die Kathmandu-Mall. Vor diesem vierstoeckigen Gebaeudekomplex verkaufen Strassenhaendler ihre gefaelschten T-Shirts und Hosen aus China fuer Spottpreise. Innen haengen die gleichen T-Shirts in 50 unabhaengigen Geschaeften ordentlich auf Kleiderbuegel zwischen Spiegeln und Schaufensterpuppen. Fuer den Luxus von Spiegeln, Puppen und Buegeln bezahlt man hier den fuenf- bis zehnfachen Preis. Man stelle sich das einmal in Deutschland vor: Ein Einkaufszentrum nur mit H&amp;Ms, einem nach dem anderen.</p>
<p>Im Touristenviertel Thamel herrscht das gleiche System, nur mit Trekkingausruestung, Buchlaeden, nepalesischem Handwerk und Hippybekleidung. Kilometerweit immer schoen der Reihe nach: Schlafsaecke, Buecher, Buddhas…</p>
<p>Das unlogische bekommt erst eine Logik, wenn man Kathmandu wirklich als ein Einkaufszentrum betrachtet. Fragt man hier nach Schuhen heisst es eben nicht: “Im dritten Stock linke Seite.” Sondern “im naechsten Stadtviertel, die ersten vier Strassen.”</p>
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		<title>weil ich weiss bin…</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 06:50:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>manuel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nepalinfos]]></category>
		<category><![CDATA[Unser Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[„Duita eksenabbe“, „duita eksenabbe“ (zwei fuer 190) ruft der Strassenverkaeufer den Passanten zu. Ich schaue interessiert und frage ihn auf Englisch wie viel denn ein T-Shirt koste. „350 Rupees.“ Kommt schnell die Antwort.
Manchmal erlaube ich mir diesen Spass, einfach nur um herauszufinden, ob er den doppelten, dreifachen oder fuenffachen Preis fuer einen Weissen verlangt. Welcher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Duita eksenabbe“, „duita eksenabbe“ (zwei fuer 190) ruft der Strassenverkaeufer den Passanten zu. Ich schaue interessiert und frage ihn auf Englisch wie viel denn ein T-Shirt koste. „350 Rupees.“ Kommt schnell die Antwort.</p>
<p>Manchmal erlaube ich mir diesen Spass, einfach nur um herauszufinden, ob er den doppelten, dreifachen oder fuenffachen Preis fuer einen Weissen verlangt. Welcher Tourist spricht schon Nepali? Und was unterscheidet mich von einem Touristen?</p>
<p>Doch es ist nicht immer lustig, oft sogar nervenaufreibend. Manche Obsthaendler und Gemueseverkaeufer wollen nach einer halben Ewigkeit Verhandlung auf Nepali nicht einmal 50 Prozent Aufschlag akzeptieren, sondern beharren auf ihren doppelten Preis. Wie ein ungeschriebenes Gesetz gibt es unter den Haendlern Nepali-Preise und Weisse-Preise, ganz zu schweigen von den Souvenirshops in Touristenvierteln.</p>
<p>Auch die vielen Hippies, die in den 70er Jahren scharenweise nach Kathmandu pilgerten und einige von ihnen sogar auf der Strasse landeten und bettelten; selbst sie konnten das Vorurteil vom reichen Weissen nicht verdraengen.</p>
<p>Habe ich mich bereits an die speziellen Preise gewoehnt, an die Fremdenfeindlichkeit oder an den Rassismus mancher Nepalesen kann ich mich nie gewoehnen. „Khuire!“, seitdem ich dieses abfaellige Wort fuer westliche Auslaender kenne, hoere ich es staendig. Kinder und Erwachsene, Haendler und Polizisten, sie alle sagen es nach dem Motto: Der dumme Auslaender versteht uns ja sowieso nicht.</p>
<p>Ich stehe also am Strassenrand und versuche die Aepfel auf den doppelten Nepali-Preis herunterzuhandeln. „Hey Khuire!!!“ schallt es von hinten. Ich drehe mich um. Ein Junge im vorbeifahrenden Schulbus hatte sich den „Spass“ erlaubt. Zwanzig Kinder zeigen mit dem Finger auf den „Khuire“ und lachen mich aus.</p>
<p>Teilweise schlagen solche Erlebnisse ganz schoen auf die Stimmung, gerade wenn man hier sozial taetig ist ohne Gehalt. Weil man anders aussieht, wird man immer anders bleiben. Eine voellige Integration ist auch im globalisierten 21. Jahrhundert nicht moeglich.</p>
<p>Doch dann bin ich wieder froh solche Erfahrungen gemacht zu haben. Erst jetzt verstehe ich es wirklich, was es heisst in Deutschland als „Neger“, „Nigger“, „Schlitzi“ oder „Japse“ bezeichnet zu werden.</p>
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		<title>Vier neue Computer und jede Menge Fussball</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 05:23:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>manuel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unser Arbeitsfeld im Kinderheim wechselt staendig. Zuerst haben wir Kindergartenkinder unterrichtet, danach jede Menge Renovierungsarbeiten am Gebaeude uebernommen, ein Klassenzimmer eingerichtet und darin die dritte, vierte und fuenfte Klasse in Englisch und Mathematik unterrichtet und nun sind vier niegelnagelneue Computer angekommen. Klar, dass die genutzt werden sollen. Der Andrang unter den Kindern, die bislang noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Arbeitsfeld im Kinderheim wechselt staendig. Zuerst haben wir Kindergartenkinder unterrichtet, danach jede Menge Renovierungsarbeiten am Gebaeude uebernommen, ein Klassenzimmer eingerichtet und darin die dritte, vierte und fuenfte Klasse in Englisch und Mathematik unterrichtet und nun sind vier niegelnagelneue Computer angekommen. Klar, dass die genutzt werden sollen. Der Andrang unter den Kindern, die bislang noch nie in Beruehrung mit Computern gekommen sind, ist enorm. Waehrend ich Grundkenntnisse und das Zehnfingersystem den Kindern beibringe, unterrichtet John Englisch. Das alles nach einem festen Stundenplan. Ich haette nie gedacht, dass in diesem Chaos mal ein richtiges System entstehen kann, doch es funktioniert.</p>
<p>Ausserdem ist die Fussballbegeisterung waehrend der WM auf ein kaum noch kontrollierbares Niveau gestiegen. Damit die Kinder nicht barfuessig oder mit Flip-Flops den Ball hin und her kicken, haben wir 14 Paar Fussballschuhe gekauft.</p>
<p>Fussball sorgt also fuer den Ausgleich zwischen Englisch und Computer. Nach wochenlangem Training gab es dann auch endlich das erste Fussballspiel gegen ein anderes Kinderheim. Das spannende Kraeftemessen konnte erst im Elfmeterschiessen entschieden werden – natuerlich fuer uns!</p>
<p>Erst nach neun Monaten in Nepal habe ich das Gefuehl anstaendige Arbeit zu leisten die sich lohnt. Zudem oder gerade deshalb bereitet sie mehr Spass als all die Monate zuvor. Natuerlich war die Renovierung noetig, genauso wie die Zeit sich in das Projekt einzufinden. Die Sprache ist dabei ein enorm wichtiger Faktor. Erst wenn man sich auf einfacher Weise mit den Kindern in ihrer Sprache verstaendingen kann, ist es moeglich eine Beziehung mit ihnen aufzubauen, die essentiell ist fuer unseren Dienst. Doch, dass es wirklich so lange dauert, haette ich beiweilen nicht geglaubt. Nun sind nur noch etwas mehr als zwei Monate uebrig, die so intensiv genutzt werden wollen wie moeglich. Auf geht’s zum Endspurt!</p>
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		<title>Fussballweltmeisterschaft in Nepal</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 05:50:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>manuel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ländervergleich]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist schon merkwuerdig eine WM in einem Land zu verfolgen, das niemals bei einer Fussballweltmeisterschaft mitgespielt hat und auch in absehbarer Zeit nicht mitspielen wird. Die Nepalesen sind sich dessen natuerlich bewusst und finden eine andere Loesung DAS international Turnier zu geniessen. Jeder Nepalese, jede Nepalesin sucht sich ein oder zwei Teams aus, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schon merkwuerdig eine WM in einem Land zu verfolgen, das niemals bei einer Fussballweltmeisterschaft mitgespielt hat und auch in absehbarer Zeit nicht mitspielen wird. Die Nepalesen sind sich dessen natuerlich bewusst und finden eine andere Loesung DAS international Turnier zu geniessen. Jeder Nepalese, jede Nepalesin sucht sich ein oder zwei Teams aus, das er oder sie waehrend der WM lautstark unterstuetzt. Dies ist in 90 Prozent der Faelle Brasilien oder Argentinien; wer will schon zu den Verlierern gehoeren. Doch auch europaeische Mannschaften wie Deutschland, England oder Frankreich werden unterstuetzt.</p>
<p>Waehrend in Deutschland das sogenannte “puplic viewing” in den letzten Jahren zum Trend wurde, gab es in Nepal noch nie etwas anderes. Da viele Familien keinen eigenen Fernseher besitzen wird dort geschaut, wo einer ist. Das ist entweder in der Kneipe, in ein paar winzigen Lebensmittelgeschaeften oder in Hotels.</p>
<p>Ich selbst besitze auch keinen Fernseher und durch die drei Stunden 45 Minuten Zeitverschiebung sind mir viele Spiele einfach zu spaet. Doch anhand der Aufschreie waehrend der 90 Minuetigen Spielzeit kann man mit etwas Geschick leicht die Anzahl der geschossenen Tore herausfinden.</p>
<p>Was das Fussballspielen an sich angeht, so erlebt es in Nepal zurzeit einen unglaublichen Boom. Die Faszination begeistert vor allem Kinder, die auf der Strasse oder auf Schotterplaetzen (einen Rasen findet man nirgends) mit dem Ball kicken. Sogar buddhistische Moenche lassen sich neben der Mediation und dem Rezitieren von heiligen Texten, den Spass nicht nehmen in ihren dunkelroten Roben dem Ball hinterherzujagen.</p>
<p>Und vielleicht schafft es ja Nepal irgendwann zu einer WM zu fahren. An Begeisterung mangelt es sicher nichtt.</p>
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		<title>Wir leben noch&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 06:01:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>manuel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[… auch wenn lange kein Artikel mehr erschiehnen ist. Ein kaputter Computer, der in Nepal nicht mehr zu reparieren ist und die Nepali-Abschlusspruefung sorgten dafuer, dass der Blog vernachlaessigt wurde. Doch das soll sich jetzt wieder aendern. In den letzten drei Monaten hier in Nepal wird nun wieder fleissig geschrieben, wenn auch mit ae, ue, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>… auch wenn lange kein Artikel mehr erschiehnen ist. Ein kaputter Computer, der in Nepal nicht mehr zu reparieren ist und die Nepali-Abschlusspruefung sorgten dafuer, dass der Blog vernachlaessigt wurde. Doch das soll sich jetzt wieder aendern. In den letzten drei Monaten hier in Nepal wird nun wieder fleissig geschrieben, wenn auch mit ae, ue, oe usw. da mir die deutsche Tastatur fehlt. Ich hoffe all die regelmaessigen- und Gelegenheitsleser bleiben uns weiter treu, auch waehrend der WM.</p>
<p>Wuensche Euch weiterhin viel Spass mit yamajola-nepal.de – ab jetzt wieder jede Woche!</p>
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		<title>Bericht aus dem roten Kathmandu</title>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 11:01:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>manuel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nepalinfos]]></category>

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		<description><![CDATA[Mitte April stand ich an der Post wartete auf einen Freund. Die Mauern sind immer irgendwie mit politischen Parolen tapeziert. Sie sind eben da, aber keiner würdigt dem Ganzen auch nur einen kurzen Blick; die Politikverdrossenheit nach so vielen Jahren korrupter Regierungen ist in kaum einem anderen Land der Welt größer. Doch an diesem Tag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mitte April stand ich an der Post wartete auf einen Freund. Die Mauern sind immer irgendwie mit politischen Parolen tapeziert. Sie sind eben da, aber keiner würdigt dem Ganzen auch nur einen kurzen Blick; die Politikverdrossenheit nach so vielen Jahren korrupter Regierungen ist in kaum einem anderen Land der Welt größer. Doch an diesem Tag schien das nicht so zu sein.</p>
<p>Ein einziges Plakat sticht heraus welches die Passanten nicht ignorieren. Der Maoistenführer mit erhobener Faust inmitten roter Parolen. Das Einzige was ich erkennen kann ist das Datum des 1. Mai, der internationale Arbeitertag.</p>
<p>Die Zeit vergeht und hin und wieder kommt man auf das Thema zu sprechen, doch die Nepalesen sind Drohungen genug gewöhnt um in Panik zu verfallen. Am Donnerstag letzte Woche habe ich dann die ersten Anzeichen erkennen können. In unserer Universität haben sich jede Menge Maoisten breitgemacht, nicht um die Lehre zu ändern, nein, um dort zu übernachten. Denn aus ganz Nepal sind für den 1. Mai 400.000 Protestanten in Kathmandu zusammengekommen um zu protestieren. Gegen was genau wissen sie selbst nicht, aber sie bekommen pro Tag 100 Rupien (1 Euro) plus Essen, plus kostenlose Fahrt nach Kathmandu. Das ist für viele eine willkommene Abwechslung zum ländlichen Leben und zudem ein besserer Verdienst. Aber von richtigen maoistischen Anhängern kann hier keine Rede sein, auch wenn die Partei stolz verkündet, dass knapp eine halbe Millionen „Freiwillige“ (viele werden zudem gezwungen den Protesten beizuwohnen) zusammengekommen sind. Kathmandu wächst an einem Tag auf die 1,5 fache Bevölkerung.</p>
<p>Und nun seit Samstag ist die Stadt geschlossen. Bandha, wie die Nepalesen dazu sagen. Kein Auto und keine Motorräder sind zu sehen. Ab und zu erspäht man einen Militärlaster mit stark bewaffneten Polizisten drinnen oder ein Touristenbus mit grüner Flagge und weißer Schrift „Tourists only“. Geschäfte sind verrammelt, Schulen haben geschlossen, alle Ämter sind verriegelt. Zum Glück haben wir vorher genügend Trinkwasser und Lebensmittel gehortet. Doch falls nicht, irgendwelche Wege gibt es immer: Hühner legen weiter Eier, Kühe geben weiter Milch und so sitzen die Ladenbesitzer vor ihrer geschlossenen Ladentür in der Hoffnung, dass sie jemand anspricht und durch die Hintertür mitgeht. Nur Vorsicht ist geboten, denn Maoisten drohen Streikbrecher mit der Verwüstung des Geschäfts.</p>
<p><img class="ngg-singlepic ngg-left" src="http://www.yamajola-nepal.de/de/wp-content/gallery/04-general-strike/005-maoists.jpg" alt="005-maoists" width="245" height="366" /></p>
<p>Nun ist Tag vier seit Beginn des Streiks und jeden Tag lassen sich Maoisten eine neue Aktion einfallen um die Protestierenden bei Laune zu halten. Gestern führte der Maoistenführer und ehemalige Premier vor den Augen tausender Schaulustiger einen nepalesischen Tanz, auf einen der leeren Hauptstraßen Kathmandus, auf und am Abend bildeten sie eine Menschenkette auf Kathmandus Ringstraße. Maoist mit Maoist Hand in Hand rund um Kathmandu – wenn man es nicht besser wüsste, könnte man sich in alte Hippiezeiten zurückversetzt fühlen. Menschenketten für den Frieden. Doch mit Frieden hat das nun mal nicht viel zu tun, denn ab heute sind „Aggressionen“ geplant, skurriler weise sollen diese friedlich sein.  Mit ihren „friedlichen Aggressionen“ trachten die Maoisten nach dem ganz Großen: Sie fordern nun den sofortigen Rücktritt der Regierung.</p>
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