Monatsarchiv für September 2009

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Unsere Wohnung

Viele wird es wahrscheinlich interessieren, wie wir hier leben, welchen Lebensstandard wir in Kathmandu haben. Wir wohnen (zurzeit noch mit Pierre, der in 2 Wochen nach Dolakha in eine Gastfamilie weiterzieht) im Bezirk Tangal, eine Gegend, in der sich nur wenige Touristen verirren, einfach weil sie keine Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Unsere Wohnung ist verglichen mit den allermeisten relativ nobel. Wir haben zu zweit zwei Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, ein Bad und eine Küche. Gemessen mit europäischen Einrichtungen ist unser Zuhause allerdings natürlich recht einfach. Im Bad zum Beispiel gibt es zwar fließend Wasser (was nicht selbstverständlich ist), aus der Dusche kommt aber kein Strahl, sondern das Wasser tropft in eine umgekehrte Pet-Flasche, in dessen Deckel mehrere Löcher gestochen sind. Alternativ kann man auch mit der Schöpfkelle duschen, aber immer kalt. Bleiben wir weiter im Bad: Die Toilette ist zum Glück von der Bauart, wie wir sie gewohnt sind und nicht etwa ein einfaches Loch im Boden. Aber auch hier gibt es wieder etwas zu beachten. Das Klopapier wird nicht in das Klo geworfen, woraufhin dieses verstopfen würde, sondern als Müll in einer Tüte, die zusätzlich luftdicht in einem Eimer verschlossen wird, gesammelt. Das Wasser aus der Leitung sollte man nicht trinken. Manche nutzen es auch nicht zum Zähneputzen, doch nach einer Woche sind wir zumindest noch nicht davon krank geworden.

Die Küche ist mit einem Gasherd ausgestattet, der an einer Gasflasche angeschlossen ist. Zurzeit sieht unser Speiseplan noch ziemlich eintönig aus, was wahrscheinlich am Mangel unser Kochkünste liegt. Viel mehr als Reis oder Nudeln mit Fertigsoßen haben wir bis jetzt noch nicht hinbekommen, doch unser Nachbar Kiron möchte uns zeigen, wie man das traditionelle Dal Bhat zubereitet.

Kiron, 26 Jahre alt, wohnt mit seinen Eltern, seinem Bruder und Schwester über uns im ersten Stock und ist sehr, sehr freundlich. Am Tag unserer Ankunft ist er gleich mit uns in die Stadt gezogen und hat uns einen guten Überblick verschafft. Und sonst ist er auch bei allen Anliegen gerne bereit uns zu helfen, egal ob es sich dabei um die Wohnung selbst handelt oder um das nötige Handelsgeschick auf den Märkten. Er studierte ökologische Forstwirtschaft und dementsprechend sieht auch unser Garten aus – eine kleine Baumschule mitten im sonst so pflanzenarmen Kathmandu.

Verlassen wir unsere Wohnung begegnen wir gleich Napdog – so haben wir den Hund genannt, der in der kleinen Seitengasse vor unserer Wohnung haust. Hunde gibt es in Kathmandu zu Hauf, aber fast alle sind wild. Tagsüber sieht man sie nur schlafen und deshalb braucht man sich auch keine Sorgen machen, angegriffen zu werden. Nachts jedoch erwachen sie und verteidigen in Rudeln ihr Revier, aber nur gegenüber anderen Hunden, Menschen brauchen sich im Normalfall auch jetzt nicht beunruhigt fühlen. Es ist schon faszinierend wenn man abends auf einer Terrasse steht und die Geräusche wahrnimmt. Fängt ein Hund an zu bellen, folgen in Sekundenschnelle bestimmt 20 andere – eine nicht zu toppende Alarmanlage.

Fotos: http://www.yamajola-nepal.de/de/?page_id=195

Geschrieben von manuel am 28. September 2009 | Abgelegt unter Unser Leben | Keine Kommentare

Erste Eindrücke aus Kathmandu

Nach 4 Tagen in Kathmandu ist es nun an der Zeit einmal die ersten Impressionen aus dieser unglaublichen Stadt zu schildern. Gleich vorweg: Kathmandu ist anders als alles was man als Europäer jemals gesehen hat. Der Flughafen, an dem man ankommt, ist ein einfaches Ziegelsteingebäude nicht größer als eine Schule. Die Ausstattung könnte in einem Flohmarkt erstanden sein und man wundert sich am Check-in Schalter, dass tatsächlich ein Computer vorhanden ist. Es ist gar nicht so einfach den Flughafen überhaupt zu verlassen, denn die Kofferträger klopfen selbst wenn man schon im Auto sitzt noch an die Scheiben und verlangen (noch mehr) Trinkgeld und haben meistens mit den ankommenden und unerfahrenen Touristen Erfolg. Aber wenn man erst einmal in das perfekte Verkehrschaos von Kathmandu eingetaucht ist, lässt einem das nicht mehr los. Es gibt keine Verkehrsschilder und keine Fahrbahnbegrenzungen (außer auf Hauptstraßen), dafür aber Fußgänger, Radfahrer, Rikschas, jede Menge Motorräder, Autos und undefinierbare Fahrzeuge, die sich irgendwie die Straßen teilen. Dank der Hupe die mindestens 15 Mal in der Minute gedrückt wird und alle Verkehrsregeln ersetzt, ist das Ganze aber kein Problem.

Kein Wunder, dass die Luft vor allem auf den Hauptverkehrsadern nicht die Beste ist. Nachdem ich abends die Nase geputzt habe und das Taschentuch danach schwarz war, habe ich mir eine Atemmaske gekauft, wie sie Taxifahrer, Polizisten und viele Fußgänger tragen. Die Entfernungen in Kathmandu kann man recht gut zu Fuß zurücklegen, die Gehzeit kommt einem wie im Flug vor. Es gibt einfach zu viel zu entdecken und zu sehen. Unzählige kleine Lädchen, Straßenverkäufer, Kühe auf der Straße, Ziegen, die in Geschäften spazieren gehen, Menschen, die sich in Busse quetschen bis sie sich nur noch außen festhalten können und und und…

Die Stadt an sich ist ziemlich dreckig aber doch wunderschön. Der anfallende Müll wird von angestellten Personen zu Haufen zusammengefegt und dann – irgendwann – abgeholt, immerhin meistens nicht verbrannt was die Luft noch mehr belasten würde. Doch die winzigen Gassen mit den freundlichen Nepalesen, die sie bevölkern, den schönen  Hinduschreinen und Tempeln, denen man alle paar Hundert Meter begegnet machen dies wieder wett.

Täglich fällt mindestens einmal für ein oder zwei Stunden der Strom aus. Wir haben uns jedoch ein bisschen die nepalesische Gelassenheit schon angewöhnt und sehen das genauso wenig schlimm, wie das nicht genießbare und ausschließlich kalte Leitungswasser. Schon unglaublich, dass keiner von uns in den ersten 5 Tagen Durchfall bekam. Auch die Sitte alles mit den Händen zu essen (jedoch nur mit der rechten Hand und nicht mit der unreinen linken) haben wir übernommen. Das Nationalgericht Dal Bhat (Reis mit Gemüse und/oder Fleisch) gibt es überall und zu jeder Tageszeit. Zudem kann man  aber an sehr vielen Orten Kathmandus, vor allem im Touristenviertel Thamel, Pasta, Pizza und Pommes bestellen. Sonst ist in Kathmandu wirklich alles zu bekommen, wenn man nur lang genug sucht und das nötige Kleingeld mitbringt. Im größten Supermarkt Bhat-Batini ist von Lindt-Schokolade über Nutella bis Axe-Duschgel wirklich alles zu bekommen. Die 4 Euro für eine Schachtel Toffifee liegen aber deutlich über dem üblichen Preisniveau. Für das gleiche Geld hätte man zu zweit im Restaurant Essengehen können.

Fotos: http://www.yamajola-nepal.de/de/?page_id=194

Geschrieben von manuel am 24. September 2009 | Abgelegt unter Nepalinfos, Unser Leben | Keine Kommentare

Achtung

Die Seite ist gerade im Aufbau. Wir bitten Euch noch um etwas Geduld, bis es hier mehr zu sehen gibt.

-> Der Artikel “Nepal” ist nun nahezu fertiggestellt!!!

Geschrieben von manuel am 12. September 2009 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Visaprobleme

Da hat unser Dienst in Nepal noch nicht einmal angefangen, bekommen wir es schon mit den ersten Bürokratieproblemen zu tun. Die ganze Zeit war es unklar ob, wir überhaupt nach Nepal reisen dürfen.

Die Kurzfassung des Problems:

Zur Zeit ist es gar nicht möglich als Freiwilliger einen Dienst in Nepal zu leisten, zumindest bürokratisch nicht vorgesehen. Also gibt es für Fälle wie uns auch keine passenden Visa. Das konnten wir zuerst gar nicht glauben, auch wenn dies uns das Konsulat oder die Botschaft immer wieder versicherten. In Deutschland ist es tatsächlich nur möglich ein Touristenvisum von max. 90 Tagen zu bekommen. Wir können zwar auch mit einem Touristenvisum unseren Dienst leisten, aber das wäre illegal. Und Nepal so gut kennenzulernen, dass wir selbst nepalesische Gefängnisse zu sehen bekommen, muss eigentlich nicht unbedingt sein.

Unser Masterplan sieht nun so aus, dass wir mit einem Touristenvisum einreisen und uns in Kathmandu innerhalt dieser 3 Monate ein Jahresvisum ausstellen lassen müssen. Ist dies gar nicht möglich, werden wir unseren Dienst in Indien fortsetzen. Mit dieser Vorgehensweise ist glücklicherweise auch das BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) einverstanden. Wäre dies so, hätten wir uns gleich in einen Flieger nach Indien setzen können.

Aber stattdessen fliegen wir nun am Samstag, den 19. September über Doha nach Kathmandu!

Geschrieben von manuel am 10. September 2009 | Abgelegt unter Unser Leben | Keine Kommentare

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