Monatsarchiv für März 2010

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Hinauf zum Annapurna Base Camp

Nepal bedeutet für die meisten Menschen der Welt wilde Gebirgslandschaften mit den höchsten Bergen dieser Erde. Auch wenn Nepal Einiges Mehr als Schnee und Eis zu bieten hat, musste ich natürlich das an mich gestellte Klischee erfüllen und eine kleine Reise zu den Achttausendern unternehmen. Zusammen mit meiner Familie, die mich in Nepal besucht hat, Guide, Träger und einem weiteren Nepalesen sind wir also hinauf ins Annapurna Base Camp (kurz: ABC) auf 4130m getrekkt. Für 11000 Höhenmeter rauf und runter haben wir ganze zehn Tage gebraucht. Denn so einfach ist es nicht, dass man in Pokhara auf 800m beginnt und dann stetig aufsteigt und Sessellifte gibt es natürlich auch keine.

Alle Mühen und Anstrengungen wurden aber mit einer unglaublich faszinierenden Berglandschaft wettgemacht. Für mich war es schon ein großes Highlight nach fast einem halben Jahr in Kathmandu endlich kein Hupen und keine Motoren zu hören, frische Luft einzuatmen und weit und breit keinen Müll zu sehen. Das erlebt man in Kathmandu sonst nur nachts um 3 Uhr bei starken Regen und geschlossenen Augen.

Wie dem auch sei, für mich ist die Tour in zwei Abschnitte unterteilt. Zuerst liefen wir durch zahlreiche Gebirgsdörfer. Das Leben hier ist bestimmt durch die Landwirtschaft und zu Saisonzeiten zusätzlich durch Trekkingtourismus. Das Dorfleben mag vielleicht härter sein als das in Kathmandu, doch die Menschen wirkten auf mich jedenfalls viel glücklicher, ausgeglichener und demnach freundlicher. Anders als in Kathmandu gibt es hier außer Nahrung nicht viel zu kaufen. Der materialistische Wettstreit um das bessere Motorrad und die schönere Kleidung findet nicht statt und somit ist auch die feindselige kathmanduanische Atmosphäre nicht zu spüren. Wir haben Dörfer kennengelernt in denen es scheinbar doppelt so viele Kinder und Babys gibt als Erwachsene, in der Kinder eine Stunde die Schlucht hinunter und hinauf zur ihrer Schule laufen und in denen es keine Straßen sondern nur Treppen gibt.

Der zweite Abschnitt beginnt über 2600m Höhe. Keine Dörfer, keine Felder; dafür Schnee, dünne Luft und dazu noch eine atemberaubende Aussicht. Nicht selten ist uns auf dem letzten Stück die Luft ausgegangen. Für die Lodges, die hier für Trekker betrieben werden, muss alles per Lastenträger hinauf geschleppt werden. Dementsprechend steigen die Preise mit jedem Höhenmeter an, doch selbst auf dem Annapurna Base Camp ist ein Abendessen noch halb so teuer wie in Deutschland. Unsere höchste Übernachtung war im Machapuchare Base Camp (das auf dem Weg liegt) auf 3700 Meter und 0° Celsius im Zimmer. Ne warme Suppe schmeckt dann gleich doppelt so gut. Als wir das ABC erreicht haben, hätte die Sicht nicht besser sein können: Tiefblauer Himmel, keine Wolke und davor die funkelnden Sieben- und Achttausender.

017 Hinchuli

Auf dem Rückweg haben wir noch einen Stop bei den heißen Quellen von Jinhu zum Baden eingelegt und dann ging es auch schon zurück nach Pokhara und anschließend Kathmandu. Als wir Pokhara erreichten hatte uns der Sommer bereits eingeholt. Bei einem Temperaturunterschied von über 30° gegenüber vier Tagen zuvor, genossen wir die Frische des Swimmingpool im Hotel.

Bilder unter: http://www.yamajola-nepal.de/de/?page_id=311

Geschrieben von manuel am 19. März 2010 | Abgelegt unter Nepalinfos, Unser Leben | Keine Kommentare

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