Monatsarchiv für Juni 2010

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Vier neue Computer und jede Menge Fussball

Unser Arbeitsfeld im Kinderheim wechselt staendig. Zuerst haben wir Kindergartenkinder unterrichtet, danach jede Menge Renovierungsarbeiten am Gebaeude uebernommen, ein Klassenzimmer eingerichtet und darin die dritte, vierte und fuenfte Klasse in Englisch und Mathematik unterrichtet und nun sind vier niegelnagelneue Computer angekommen. Klar, dass die genutzt werden sollen. Der Andrang unter den Kindern, die bislang noch nie in Beruehrung mit Computern gekommen sind, ist enorm. Waehrend ich Grundkenntnisse und das Zehnfingersystem den Kindern beibringe, unterrichtet John Englisch. Das alles nach einem festen Stundenplan. Ich haette nie gedacht, dass in diesem Chaos mal ein richtiges System entstehen kann, doch es funktioniert.

Ausserdem ist die Fussballbegeisterung waehrend der WM auf ein kaum noch kontrollierbares Niveau gestiegen. Damit die Kinder nicht barfuessig oder mit Flip-Flops den Ball hin und her kicken, haben wir 14 Paar Fussballschuhe gekauft.

Fussball sorgt also fuer den Ausgleich zwischen Englisch und Computer. Nach wochenlangem Training gab es dann auch endlich das erste Fussballspiel gegen ein anderes Kinderheim. Das spannende Kraeftemessen konnte erst im Elfmeterschiessen entschieden werden – natuerlich fuer uns!

Erst nach neun Monaten in Nepal habe ich das Gefuehl anstaendige Arbeit zu leisten die sich lohnt. Zudem oder gerade deshalb bereitet sie mehr Spass als all die Monate zuvor. Natuerlich war die Renovierung noetig, genauso wie die Zeit sich in das Projekt einzufinden. Die Sprache ist dabei ein enorm wichtiger Faktor. Erst wenn man sich auf einfacher Weise mit den Kindern in ihrer Sprache verstaendingen kann, ist es moeglich eine Beziehung mit ihnen aufzubauen, die essentiell ist fuer unseren Dienst. Doch, dass es wirklich so lange dauert, haette ich beiweilen nicht geglaubt. Nun sind nur noch etwas mehr als zwei Monate uebrig, die so intensiv genutzt werden wollen wie moeglich. Auf geht’s zum Endspurt!

Geschrieben von manuel am 30. Juni 2010 | Abgelegt unter Projekt | Keine Kommentare

Fussballweltmeisterschaft in Nepal

Es ist schon merkwuerdig eine WM in einem Land zu verfolgen, das niemals bei einer Fussballweltmeisterschaft mitgespielt hat und auch in absehbarer Zeit nicht mitspielen wird. Die Nepalesen sind sich dessen natuerlich bewusst und finden eine andere Loesung DAS international Turnier zu geniessen. Jeder Nepalese, jede Nepalesin sucht sich ein oder zwei Teams aus, das er oder sie waehrend der WM lautstark unterstuetzt. Dies ist in 90 Prozent der Faelle Brasilien oder Argentinien; wer will schon zu den Verlierern gehoeren. Doch auch europaeische Mannschaften wie Deutschland, England oder Frankreich werden unterstuetzt.

Waehrend in Deutschland das sogenannte “puplic viewing” in den letzten Jahren zum Trend wurde, gab es in Nepal noch nie etwas anderes. Da viele Familien keinen eigenen Fernseher besitzen wird dort geschaut, wo einer ist. Das ist entweder in der Kneipe, in ein paar winzigen Lebensmittelgeschaeften oder in Hotels.

Ich selbst besitze auch keinen Fernseher und durch die drei Stunden 45 Minuten Zeitverschiebung sind mir viele Spiele einfach zu spaet. Doch anhand der Aufschreie waehrend der 90 Minuetigen Spielzeit kann man mit etwas Geschick leicht die Anzahl der geschossenen Tore herausfinden.

Was das Fussballspielen an sich angeht, so erlebt es in Nepal zurzeit einen unglaublichen Boom. Die Faszination begeistert vor allem Kinder, die auf der Strasse oder auf Schotterplaetzen (einen Rasen findet man nirgends) mit dem Ball kicken. Sogar buddhistische Moenche lassen sich neben der Mediation und dem Rezitieren von heiligen Texten, den Spass nicht nehmen in ihren dunkelroten Roben dem Ball hinterherzujagen.

Und vielleicht schafft es ja Nepal irgendwann zu einer WM zu fahren. An Begeisterung mangelt es sicher nichtt.

Geschrieben von manuel am 22. Juni 2010 | Abgelegt unter Ländervergleich | 3 Kommentare

Wir leben noch…

… auch wenn lange kein Artikel mehr erschiehnen ist. Ein kaputter Computer, der in Nepal nicht mehr zu reparieren ist und die Nepali-Abschlusspruefung sorgten dafuer, dass der Blog vernachlaessigt wurde. Doch das soll sich jetzt wieder aendern. In den letzten drei Monaten hier in Nepal wird nun wieder fleissig geschrieben, wenn auch mit ae, ue, oe usw. da mir die deutsche Tastatur fehlt. Ich hoffe all die regelmaessigen- und Gelegenheitsleser bleiben uns weiter treu, auch waehrend der WM.

Wuensche Euch weiterhin viel Spass mit yamajola-nepal.de – ab jetzt wieder jede Woche!

Geschrieben von manuel am 17. Juni 2010 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

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