Erste Eindrücke aus Kathmandu
Nach 4 Tagen in Kathmandu ist es nun an der Zeit einmal die ersten Impressionen aus dieser unglaublichen Stadt zu schildern. Gleich vorweg: Kathmandu ist anders als alles was man als Europäer jemals gesehen hat. Der Flughafen, an dem man ankommt, ist ein einfaches Ziegelsteingebäude nicht größer als eine Schule. Die Ausstattung könnte in einem Flohmarkt erstanden sein und man wundert sich am Check-in Schalter, dass tatsächlich ein Computer vorhanden ist. Es ist gar nicht so einfach den Flughafen überhaupt zu verlassen, denn die Kofferträger klopfen selbst wenn man schon im Auto sitzt noch an die Scheiben und verlangen (noch mehr) Trinkgeld und haben meistens mit den ankommenden und unerfahrenen Touristen Erfolg. Aber wenn man erst einmal in das perfekte Verkehrschaos von Kathmandu eingetaucht ist, lässt einem das nicht mehr los. Es gibt keine Verkehrsschilder und keine Fahrbahnbegrenzungen (außer auf Hauptstraßen), dafür aber Fußgänger, Radfahrer, Rikschas, jede Menge Motorräder, Autos und undefinierbare Fahrzeuge, die sich irgendwie die Straßen teilen. Dank der Hupe die mindestens 15 Mal in der Minute gedrückt wird und alle Verkehrsregeln ersetzt, ist das Ganze aber kein Problem.
Kein Wunder, dass die Luft vor allem auf den Hauptverkehrsadern nicht die Beste ist. Nachdem ich abends die Nase geputzt habe und das Taschentuch danach schwarz war, habe ich mir eine Atemmaske gekauft, wie sie Taxifahrer, Polizisten und viele Fußgänger tragen. Die Entfernungen in Kathmandu kann man recht gut zu Fuß zurücklegen, die Gehzeit kommt einem wie im Flug vor. Es gibt einfach zu viel zu entdecken und zu sehen. Unzählige kleine Lädchen, Straßenverkäufer, Kühe auf der Straße, Ziegen, die in Geschäften spazieren gehen, Menschen, die sich in Busse quetschen bis sie sich nur noch außen festhalten können und und und…
Die Stadt an sich ist ziemlich dreckig aber doch wunderschön. Der anfallende Müll wird von angestellten Personen zu Haufen zusammengefegt und dann – irgendwann – abgeholt, immerhin meistens nicht verbrannt was die Luft noch mehr belasten würde. Doch die winzigen Gassen mit den freundlichen Nepalesen, die sie bevölkern, den schönen Hinduschreinen und Tempeln, denen man alle paar Hundert Meter begegnet machen dies wieder wett.
Täglich fällt mindestens einmal für ein oder zwei Stunden der Strom aus. Wir haben uns jedoch ein bisschen die nepalesische Gelassenheit schon angewöhnt und sehen das genauso wenig schlimm, wie das nicht genießbare und ausschließlich kalte Leitungswasser. Schon unglaublich, dass keiner von uns in den ersten 5 Tagen Durchfall bekam. Auch die Sitte alles mit den Händen zu essen (jedoch nur mit der rechten Hand und nicht mit der unreinen linken) haben wir übernommen. Das Nationalgericht Dal Bhat (Reis mit Gemüse und/oder Fleisch) gibt es überall und zu jeder Tageszeit. Zudem kann man aber an sehr vielen Orten Kathmandus, vor allem im Touristenviertel Thamel, Pasta, Pizza und Pommes bestellen. Sonst ist in Kathmandu wirklich alles zu bekommen, wenn man nur lang genug sucht und das nötige Kleingeld mitbringt. Im größten Supermarkt Bhat-Batini ist von Lindt-Schokolade über Nutella bis Axe-Duschgel wirklich alles zu bekommen. Die 4 Euro für eine Schachtel Toffifee liegen aber deutlich über dem üblichen Preisniveau. Für das gleiche Geld hätte man zu zweit im Restaurant Essengehen können.