Ländervergleich Nr. 1 – Fahrradhändler

Dies ist der erste Artikel einer hoffentlich längeren Reihe, in der der deutsche mit dem nepalesischen Alltag verglichen wird. Denn an simplen und scheinbar nichtigen Situationen lässt sich das Land viel besser erklären als in langen Texten über Geschichte und Kultur. Hier also das erste Beispiel:

 

In Deutschland ist es mir vorheriges Jahr passiert, dass der hintere Zahnkranz meines Fahrrads ausgetauscht werden musste. Ich bin also zum Fahrradhändler gefahren und habe ihm das Problem erklärt. Die Antwort war etwa Folgende: „Das Ritzelpaket muss erst bestellt werden. Doch die Firma hat zurzeit zu viele Aufträge, deswegen kann es schon ein oder zwei Wochen dauern bis das passende Teil da ist. Sie können Ihr Fahrrad solange hier lassen, wir rufen Sie an, sobald es fertig ist. Das Ritzelpaket kostet 50 Euro, das Einbauen weitere 20 Euro.“

In Nepal hatte ich vor zwei Wochen das gleiche Problem, also suchte ich auch dort eine Fahrradwerkstatt auf. Das ist schon einmal relativ einfach, denn die gibt es überall – alle 400m kommt die Nächste. Im gebrochenen Nepali unterstützt mit wildem Gestikulieren verstand der Mechaniker recht schnell mein Problem. Er schickte seinen Lehrling mit dem Rad los um das Ersatzteil zu holen, er selbst begann mit dem Ausbau des defekten Teils. Kaum war dies geschehen, war auch schon das Ersatzteil da. Einbauen, Fahrrad wieder zusammensetzen, fertig. Die ganze Aktion dauerte keine 10 Minuten.  „325 Rupien bitte. 300 für das Ritzelpaket und 25 Rupien fürs Einbauen.“ 325 Rupien entsprechen in etwa 3 Euro.

manuel 29. Januar 2010 Ländervergleich

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