Zimmerrenovierung
In den ersten eineinhalb Wochen waren wir fast ausschließlich mit den Kindern beschäftigt – 7 Stunden am Tag, 6 Tage die Woche: Unterrichten, Spielen, Malen, Herumalbern. Doch irgendwann geht einem die Luft aus und man braucht eine Abwechslung. So haben wir im Gebäude nachgeschaut, was verbessert werden kann. Überall sind die Hygieneverhältnisse sehr schlecht, daran haben wir uns bereits gewöhnt, doch als wir in eines der vielen Schlafzimmer der Kinder angekommen sind, waren wir sichtlich geschockt. Das ganze Zimmer war von Ungeziefer befallen. Urus! Das ist der nepalesische Name für die Viecher, die ihre Nester vor allem in Ecken und Kanten ausbreiten. Urus sehen wie Wanzen oder Zecken aus und saugen sich nachts mit dem Blut der Kinder voll. Wenn diese dann morgens aufwachen, zerdrücken sie die Urus an den Wänden. Und so kommt es, dass überall, wo die Kinder die Urus noch erreichen können, Blutspuren an den Wänden sind. Drüber sitzen dann die schwarzen Nester. Ein fürchterlicher Anblick. Kaum zu glauben, dass hier vier Kinder schlafen – Nacht für Nacht.
Wir haben nicht lange überlegt und zogen los um Gift, Werkzeug und Farbe zu kaufen. Zuerst entfernten wir die Urunester und besserten alle Stellen wieder aus. Um sicher zu stellen, dass die Urus nicht wieder zurückkehren räucherten wir das Zimmer mit Gift aus und da der Teppichboden auch von Pestiziden befallen war, kauften wir gleich einen Passenden dazu. Alles in Allem kostete uns die Renovierung 70 Euro und damit wurde unser Monatsetat von 80 Euro fast aufgebraucht. Zusammen mit den Kindern wählten wir die Farbe der Wände aus. Da es ein Mädchenzimmer ist, wurde pink gewählt. Vier ganze Tage brauchten wir, bis wir mit dem Ergebnis zufrieden waren und die Kinder wieder in ihr Zimmer einziehen konnten. Die Mädchen waren total glücklich und stolz ihr neues Zimmer in Empfang nehmen zu können.